Erhaltungen von Marken
Erhaltungszustände bei gestempelten klassischen Marken
Die Frage der Erhaltungszustände bei klassischen Marken entfacht regelmäßig
hitzige Diskussionen unter Markenfreunden. Dieses ist klar, da die persönlichen
Einschätzungen bekanntlich weit auseinander gehen können : was für den einen
schon schlecht ist, ist für den anderen durchaus noch akzeptabel. Toleranzen
müssen hier ausgelotet werden. Generell sollte man wissen, auch wenn der
Sammelspaß selbstverständlich im Vordergrund steht, daß der Verkaufswert einer
Sammlung wesentlich auch mit der Erhaltung der einzelnen Stücke zusammenhängt.
Darum achte ich unbedingt auf die bestmögliche (d.h. zur Zeit
erreichbare) Erhaltung. Allerdings bevor ich die Marke gar nicht habe nehme
ich sie vorerst auch in unterster Qualität. Man sollte darauf abzielen
mindestens die Erhaltung, die der Katalogbewertung zugrunde liegt zu
sammeln, nämlich die Durchschnittserhaltung. Bei klassischen Marken ist
die Bestimmung des Zustandes sicherlich notwendiger als bei neueren/ neuen
Marken , die mit größeren Fehlern eigentlich gar nicht gesammelt werden sollten,
da hier einfach genug gutes Material vorhanden ist. Daher sind diese
Bestimmungen hauptsächlich im Klassik-Sektor interessant.
Hier sind die Erhaltungszustände wie der Handel sie bezeichnet kurz am
Beispiel aufgeführt. Dieses ist ein Versuch den Eingeweihten möglichst objektiv
urteilen zu lassen, allerdings auch keine Gewähr dafür, daß andere es anders
sehen !!
Knochenerhaltung
Marken mit großen oder größten Fehlern, meistens
bei uralten klassischen Marken, die gern noch als Lückenfüller genommen werden.
Stark beschädigte Zähnung, große Fenster, Teile der Marke fehlen, sehr stark
ausgeblichene Stücke, große Fettflecke auf der Marke, verfärbt, Mehrfachknicke,
tief ins Markenbild gehende Risse.....
Als Vergleichsstück dient uns aus Altdeutschland: Preussen 1858 – 1860 1 Silbergroschen hellkarmin bis lilarot Michelnr. 10 a +
b
 Der typische Knochen, es fehlen Teile des Markenbildes.
Fein / feinst :
Durchschnittserhaltung, kleine Mängel können
vorhanden sein. Bei klassischen Marken wie kurze Zähnchen, kleine helle
Stellen....
 Marke in feinst – Qualität , das Markenbild ist leicht angeschnitten.
Durchschnittserhaltung
Sauber gestempelte Marke, bei älteren
ungestempelten auch mit Falz oder Falzrest, ohne Beschädigung, ohne Reparatur,
geschnitten verausgabte Marken evt. berührt, gezähnte mit kurzem Zahn oder
dezentriert, der Bewertung des Kataloges liegt die Durchschnittserhaltung
zugrunde, je älter die Marke ist oder je seltener desto weiter kann die
Auslegung gelten. Bei klassischen Marken gilt: optisch ansprechender Zustand mit
kleinen Mängel ist möglich.
 Marke in Durchschnittserhaltung wie die Katalognotierung bewertet.
Prachterhaltung
Ist eine normale Erhaltung , die nahe der
Durchschnittserhaltung liegt, aber etwas besser ist.
 Prachterhaltung mit vernünftigem Stempel, sauberer Marke
und ausreichendem
Schnitt.
Kabinetterhaltung
Fehlerfreies Stück von bildlich
überdurchschnittlichem Aussehen mit sauberem Stempel.
 Kabinett: sauber abgeschlagener Stempel, sauberes Markenbild, keine Fehler,
nur etwas Lupenrandig rechts unten.
Absolut fehlerfreie Marke von bildl.
überdurchschnittlichem Aussehen und noch frisch wirkender Farbe, bei alten
gezähnten Marken bestens zentriert, bei geschnittenen allseits guter Rand.
Ungebrauchte Marken haben vollen Originalgummi oder sind postfrisch, gestempelte
weisen einen sauberen, klaren identifizierbaren Stempelabdruck auf (lesbarer
Orts- oder Nummernstempel) Luxusstück ist die höchste Qualitätsstufe und
erreicht oftmals einen weit über die Katalogbewertung hinausgehenden Preis,
besonders im klassischen Bereich außerordentlich selten.
 Luxus: zentrischer sehr gut abgeschlagener Stempel, allseits vollrandig mit
Teilen der Nachbarmarke, klares Markenbild ohne jeden Fehler. Von ca. 30
gleichen Marken ist eine so erhalten.
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