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Wie der Tourist sich ausser mit Hut, Joppe; Kniestrümpfen und Nagelschuhen, auch mit dem
Eispickel, Rucksack und dem Steigseile versieht;
wie der Botaniker seinen Präparirtisch besitzt und
darauf neben dem Herbarium die Pressmappe, das
Mikroskop, verschiedene Scheeren und Messer u.s.w.
ihren Platz beanspruchen, so ist es für den ernsten
Pilatelisten (es gibt ja deren eine verhältnissmässig grosse Zahl) auch dahin gekommen, dass
er für die regelmässige Instandhaltung seiner Sammlung eines in gewissem Sinne ziemlich umfangreichen
Hilfsapparates bedarf. Eigentlich benötigte dessen
auch schon der jüngere Sammler, obwohl dies gewöhnlich noch für überflüssig gehalten wird.
Mit dieser modernen Ausrüstung eines Philatelisten, mit Darbietung eines je nach dem Grade
des Sammlers berechneten Hilfsapparates ist dem
Handel, der auf allen anderen Gebieten sich
breit machenden und meist gute Erfolge tragenden
Spekulation noch Thür und Thor geöffnet. Billig
muss man sich fragen, warum noch nach keiner
Seite daran gedacht wurde, derartige Hilfs- apparate
in kompendiöser Form auf den Markt zu bringen,
indem doch die Aussicht auf ein gutes Resultat
ziemlich sicher vor Augen liegt; jeder Philatelist
nimmt ja fast täglich seine Sammlung in Gebrauch.
Wir denken uns solch eine moderne Sammler- ausrüstung einfachster Sorte wie folgt: In einem
länglich rechteckigen Kasten, ziemlich flacher
Form, vor Allem eine Mappe, gefüllt mit Fliess-
papier und Wachsblättern, diese und eine flache
Guttapercha- oder Porzellanschale nebst breitem
Haarpinsel als Markenreinigungs- resp. Wasch-
apparat; ferner darin ein Etui mit Scheere und
der entsprechenden Zahl Blätter Klebpergament
zum Befestigen der Marken im Album, statt
dessen auch ein Fläschchen mit irgend einem
dickflüssigen Klebstoffe und Pinsel; ausserdem gehört hinein eine der von Amerika in den Handel
gebrachten Farbenkarten, ein Zähnungschlüssel
und eine Lupe, letztere nicht allzuklein, und von
besserer Qualität, da sie wichtige Dienste zu leisten
bestimmt ist, endlich auch ein gutes, scharfes
Taschenmesser.
Dies wäre nun solch`eine moderne Philatelisten-
ausrüstung, Alles in Allem genommen Das ent-
haltend, was ein Philatelist, so oft er sich mit seinem
Album beschäftigt, gewiss jedes Mal und wenn auch
nur in einzelnen Theilen bedarf. Jeder ist schliess-
lich im Stande, sich dies selbst in angedeuteter
Weise ohne allzugrosse Kosten zusammen zu
stellen.
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Will man darin einen grossen Schritt weiter
gehen und der Briefmarkenkunde im Studir- oder
Familienzimmer einen besonderen Tempel errichten
dann gehört schon ein Tisch in Schreibtischform
dazu, auf dessen Aufsatz die Fachbibliothek Aufstellung erhält, während in dem gutverschliessbaren Mittelfache des Tisches das Album für
Marken nebst den Mappen oder Kartons für Ganz-
sachen ruht, ausserdem in jenseitig angebrachten
Seitenschränkchen obiger Hilfsapparat, ferner das
Doubletten- resp. Tauschalbum und irgend ein
Kasten für minderwerthe Doubletten , die irgend
einem mildthätigen Zwecke zugeführt werden
sollen. Wer es nobel geben kann, ziert die Wand
oberhalb dieses Tisches mit einem guten Bildnis
von Rowland Hill, der grossen Ausgabe der Deyhleschen Göttin Philatelia oder hänge darüber seine
Mitgliederdiplome, und die Portraits seiner ebenfalls sammelbegeisterten Freunde. Das wäre dann
eine Ausrüstung, die jedes Philatelisten- Zimmer
anmuthig schmückt, nur Briefmarkenkunde athmen
und gewiss den Besitzer derselben noch einmal
so fest an das Album und seine Pflege bannen
würde.
Ähnliche Zimmerausrüstungen sahen wir,
nebenbei gesagt, bereits zu wiederholten Malen,
eine sogar in einem durchaus mit Marken sehr
geschmackvoll tapezierten Zimmer, doch gestehen
wir zu, dass eine solche sich zu leisten nicht
gerade Jedermanns Sache sein dürfte, obwohl sie-
je nach Art der Herstellung des Tisches billig
und theuer zu beschaffen ist. Wir legen aber den
Hauptwerth darauf, dass möglichst jeder Sammler
in den Besitz solch`eines Hilfsapparates sich
setze, wie wir ihn oben beschrieben haben, da
derselbe jederzeit die besten Dienste leistet und
seinen Besitzer unmerklich zwingt, mit mehr Ernst,
als oft daran gewendet wurde, sich der Instand-
haltung seines Albums zu widmen. Sind nöthige
Hilfsapparate stets sofort zur Hand, werden sie
auch benützt, ihre fleissige Benützung kommt
dem Album unbestreitbar zu Gute und reizt das
Interesse am Sammeln und der Sammlung.
Wir wollen mit unserem Aufsatz darauf hin-
gewiesen haben, dass zum Sammeln nicht nur
Marken und ein Album gehören, was allenfalls für
Schulknaben ausreichen mag; ferner bezwecken
wir damit, den Sammlern einen guten Dienst zu
erweisen, uns freuend, wenn die ausgesprochene Idee
nicht nur entsprechend zweckdienliche Erweiterung erfährt, sondern überhaupt auf fruchtbaren
Boden fiel.
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